Aktuelles
Häufigkeit von CVI
Vorkommenshäufigkeit von cerebralen Sehschädigungen im Kindesalter
In zahlreichen Forschungsberichten und Artikeln schreiben Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen aus unterschiedlichen Nationen, dass in der Gesamtpopulation der Kinder mit Sehschädigungen die Untergruppe der Kinder mit CVI eine der größten Gruppen - wenn nicht sogar die Größte (vgl. Zihl, Priglinger 2002) - darstellt.
Ferell (2000, 120) hält fest, dass es sich hier um einen Prozentsatz von 20,6% (jedes fünfte Kind) handelt. In einer Studie von Dutton et al. (1996, 303) konnten bei 90 von 130 Kindern (69%, mehr als die Hälfte der Kinder) Sehschädigungen aufgrund von Funktionsveränderungen im Gehirn (CVI) festgestellt werden. Good (2001, 56) schreibt, dass Rogers (1996) eine Studie zur Häufigkeit von CVI in Liverpool (England) durchgeführt hat, die zu dem Ergebnis kommt, dass 49% (fast jede zweite Person) der Probanden eine cerebrale Sehschädigung mit weiteren, gleichzeitig auftretenden neurologischen Schädigungen aufweisen. Sie bilden die größte Gruppe der in dieser Untersuchung evaluierten Menschen. In Kalifornien ist CVI - nach einer Studie von Murphy und Good (1997) - die Hauptursache von Sehbeeinträchtigungen bei Kindern im Alter von 0-5 Jahren.
Cerebrale Sehschädigungen treten sehr häufig in Kombination mit weiteren Veränderungen auf. Deshalb soll an dieser Stelle erneut darauf verwiesen werden, dass cerebrale Sehschädigungen nicht nur oft komorbid mit neurologischen Veränderungen sondern auch gemeinsam mit okularen Störungen vorkommen (siehe: Was ist CVI?). Den zuletzt genannten Aspekt erforschen unter anderen Huo et al. (1999) und halten diesbezüglich fest, dass 65% der untersuchten Probanden CVI und gleichzeitig Funktionsveränderungen der Augen aufweisen.
Literatur
- Dutton, G.N.; Ballantyne, J.; Boyd, G.; Bradnam, M.; Day, R.; McCulloch, D.; Mackie, R.; Phillpis, S.; Saunders, K. (1996): Cortical Visual Dysfunction in Children: A Clinical Study. In: Eye 10, 302-309.
- Ferrel, K. A. (2000): Growth and Development of Young Children. In: Holbrook, M.C.; Koenig, A.J. (Hrsg.): Foundations of Education. Second Edition. Vol. I: History and Theory of Teaching Children and Youth with Visual Impairments. New York: AFB-Press, 111-134.
- Good, W.V.; Jan, J.E.; Burden, S.K.; Skoczenski, A.; Candy, R. (2001): Recent advances in cortical visual impairment. In: Developmental Medicine & Child Neurology, 43, 1, 56-60.
- Huo, R.; Burdon, S.K.; Hoyt, C.S.; Good, W.V. (1999): Chronic cortical visual impairment in chilren: aetiologie, prognosis, and associated neurological defects. In: British Journal of Ophthalmology, 83 (6), 670-675.
- Murphy, D.; Good, W.V. (1997): The epidemiology of blindness in children. Paper presented at the American Academy of phthalmology, 157 (Abstract).
- Rogers, M. (1996): Visual impairment in Liverpool: prevalence and morbidity. In: Archieves of Disabled Child, 74, 299-303.
- Zihl, Priglinger (2002): Sehstörungen bei Kindern. Diagnostik und Frühförderung. Wien, New York: Springer.